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Schlachthof-Areal an der Schwartauer Allee

20.02.2026

Zur Entscheidung des Bauausschusses und zur Beschlussvorlage in der Sitzung der Lübecker Bürgerschaft am 26. Februar 2026 um die künftige Entwicklung des Schlachthof-Geländes hat sich das Lübeck Management in einem offenen Brief an die Bürgerschafts-Fraktionen gewandt.

Offener Brief 

an das Büro der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck

an die CDU-Fraktion, SPD-Fraktion, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, 

Die Fraktion, FDP-Fraktion, LINKE & GAL 

in der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck

 
 
 

Wenn Stillstand als Druckmittel eingesetzt wird, entsteht ein falscher Anreiz für zukünftige Investoren.

 
 

Die Entwicklung des seit Jahren brachliegenden Areals zu forcieren, ist aller Mühen wert!

Lübeck Management, unterstützt den erneuten Versuch um die Quartiersentwicklung am ehemaligen Schlachthofgelände an der Schwartauer Allee. Olivia Kempke, Geschäftsführende Vorsitzende erinnert:


 „Schon 2019 hatten wir die Worte des damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Prieur begrüßt, als dieser in einer Pressemitteilung anmerkte: (...)Um zu bezahlbarem Wohnraum zu kommen, helfen nur die drei B’s: bauen, bauen und nochmals bauen.(…). Treffender konnte man es nicht formulieren.“ 


 
 
 

Stadtraum ist endlich und Flächenressourcen für Wohnungen sind längst nicht mehr unendlich verfügbar. Aus diesem Grund hatte sich auch das Lübeck Management dafür ausgesprochen, der Wohnbebauung an diesem dafür prädestinierten Ort höchste Priorität einzuräumen. Statt dort einen überdimensionierten, großflächigen Einzelhandel anzusiedeln, sollte so viel Wohnraum wie möglich geschaffen werden. So sahen es auch die Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN sowie die Bewohner:innen aus dem Quartier Brolingplatz.

 
 

Rechnung ging nicht auf

2019 bezeichneten die antragstellenden Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD ihren Vorschlag zwar nicht als Ideallösung, dennoch sei dieser nötig gewesen, um dem Investor Kaufland nach 13 Jahren endlich den Weg für eine zügige Bebauung freizumachen. Ergebnis: Grünes Licht für mindestens 250 Wohnungen, davon mindestens 40 Prozent geförderter Wohnraum, viel Grün, eine Kita und maximal 3.150 m² Verkaufsfläche für einen Verbrauchermarkt. Der Plan wurde so begründet: Baustart Ende 2021/Anfang 2022. 2023 sollen die ersten Gebäude stehen. Fertig könnte alles 2024 sein.


Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Sechs Jahre lang passierte nichts. Nun also ein weiterer Vorstoß. Im November 2025  präsentierte der Investor seine neue Wunschlösung: 70 Wohnungen mehr. Dafür aber nur noch 30 Prozent geförderter Wohnungsbau, zuzüglich 1.000 m², jetzt also 4.100 m² Verkaufsfläche. Kempke: „Und ehe man sich versieht, schippern wir ganz elegant in Richtung der ursprünglich einmal geplanten Supermarktfläche. Noch einmal sechs Jahre warten, dann klappt’s vielleicht auch mit den gewünschten 5.000 m² Verkaufsfläche.“ 


Charmant am Rande und ein sonst ganz ungewöhnliches Szenario in der aktuellen Lübecker Politikszene: An Bord herrscht plötzlich harmonische Beschlusseinigkeit. Selbst BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN segeln stromförmig im Wind, gemeinsam mit den Crew-Mitgliedern der SPD- und FDP-Fraktionen sowie LINKE & GAL. Das Kommando lautet: Die Verwaltung wird aufgefordert, das B-Plan-Verfahren nun umgehend nach den Vorgaben des Investors und ohne weitere stadtplanerische Bewertung auf den Weg zu bringen und dem Bauausschuss fortlaufen zu berichten. 


Leif Ginap, stellvertretender Vorsitzender des Lübeck Managements, in vierter Generation geschäftsführender Gesellschafter der Betten-Struve GmbH & Co. KG und Lübecker Unternehmer mit Herz & Leidenschaft, fehlt jedes Verständnis für diesen Kurs. 


Das Nahversorgungs- und Zentrenkonzept, der Rahmenplan Innenstadt und alle sich darum rankende Beschlüsse - unter anderem die Absichtserklärungen zur Stärkung der Innenstadt, ein 5-Millionen-Invest aus dem ZIZ-Förderprogramm, die Neugestaltung der Beckergrube, der Bau des Bildungshauses und viele weitere Stadtentwicklungsprojekte zur Stärkung des gesamten Wirtschaftsstandorts Lübeck - vermittelten den Lübecker Unternehmen zuletzt Zuversicht in allgemein stürmischen Zeiten. Die jetzt für den Schlachthof vorgesehene Quartiersentwicklung wirkt allerdings eher wie ein künstlich erzeugter Orkan. Wir brauchen Wohnungen für Menschen, die hier gern leben und arbeiten, sich qualifizieren, ihre Freizeit gestalten und ihre Kinder großwerden lassen wollen. Was wir nicht brauchen, ist ein weiterer, noch dazu dezentraler Versorgungsstandort mit völlig überdimensionierten Verkaufsflächen. Das haben wir doch alles schon. 


Lübeck Management bittet die Entscheider auch im Namen aller Betreiber etablierter Nahversorgungsstandorte um einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Investorenwünschen. Kempke: „Wenn wir Konzepte beschließen, um sie bei Bedarf zu ignorieren, dann sind sie keine Steuerungsinstrumente mehr. Wenn diese Beschlüsse zudem keine Bindungswirkung entfalten – sind sie nichts als politische Dekoration. Das hieße, wir ließen das Boot einfach treiben und schauen gespannt, ob es ankommt oder sinkt oder an irgendwelchen Klippen zerschellt.“ 


Glücklicherweise ist ein B-Planverfahren weder ein Investorenvertrag noch ein Wunschzettel und erst recht kein Beschleunigungsinstrument, sondern ein Instrument der städtebaulichen Ordnung. Ein B-Plan, der ausschließlich Investoreninteressen berücksichtigt, ist normenkontrollanfällig. Wer Abwägung verweigert, verzichtet auf Rechtssicherheit. Am Ende würde sich das, was schnell gedacht war, sogar noch langsamer entwickeln – und das dürfte weder im Interesse der Bürgerinnen und Bürger Lübecks sein noch der Interessenlage der Verwaltung entsprechen, auch nicht die der kommunalen Selbstverwaltung, und würde auch auf Seiten des Grundstückseigentümers Kaufland wenig Freude erzeugen.

Pressemitteilung vom 20. Februar 2026

Lübeck Management e.V.

 
 

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